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Kloster à la cARTe

Kloster Ilsenburg

Ein Kloster für 51 Millionen...
Kloster a la cARTe im Kloster Ilsenburg – eine Rückschau

Und schon wieder kommt Makler Jungnickel zu spät! Kaum hat er das ehrwürdige Kloster Walkenried unter dem Hammer gebracht, steht die nächste Klosterimmobilie an. Schauplatz: der Innenhof des Klosters Ilsenburg, gefüllt mit ca. 90 „Interessenten“, die sich plötzlich mit einem Exposé ausgestattet sahen. Jungnickel (Klasse: Raschid de Sidgi) selbst zu spät, ständig telefonierend, abgelenkt, zerstreut. Gut, das es Assistent Pütz (glänzend gespielt von Larsen Sechert vom Knalltheater Leipzig) gibt. Dieser jedoch zieht in seiner nassforsch naiven Vorgehensweise das Unternehmen Jungnickel eher noch tiefer ins Schlamassel. Deshalb tut Ablenkung not, die „potentiellen Käufer“ müssen einen erstklassigen Eindruck vom Objekt bekommen. Und so startet eine unterhaltsame, schauspielerisch wie gesanglich glänzende „Verkaufsschau“ durch die Kirche und die angrenzenden Klosterräume mit einer Mischung aus Comedy, Slapstick und Improtheater. Die geniale Vocalband VOXID trat mit ihren fünf Sängerinnen und Sängern um Bandleader und Saxophonist Daniel Barke plötzlich aus den Reihen der Zuschauer hervor, und fand sich zum ersten Stück zusammen. Was dann folgte, waren intensive Momente von unverstärktem A Capella, die jeden Gast in den Bann zog, vor dem Hintergrund von stimmungsvoll mit Licht inszenierten Räumen der Leipziger „Tonfabrik“. Das am Ende das Kloster für 51 Millionen an einen hustenden Gast (das Zeichen!) verkauft wurde, war fast schon Nebensache. Nach der Pause im Innenhof und kleiner Stärkung zeigte VOXID im magisch erleuchteten Refektorium in einem Konzert die große Bandbreite ihres Könnens! Unter die Haut gingen die glasklaren Stimmen, Beats und Arrangements mit einem großartigen Konzert und persönlichen Momenten, perfekt abgemischt von Techniker Nicolai Plier. Diese Atmosphäre konnte dann zum kulinarischen Abschluss ins Schlosscafé nicht ganz mitgenommen werden, wurde aber mit vielfältigen Köstlichkeiten auch mit „Typisch Harz“ Produkten ausgerichtet vom Restaurant Schliepers aus Wernigerode. Insgesamt ein wunderbares Konzept mit vielfältigen Herausforderungen an die harmonische Gestaltung aller Elemente, das hoffentlich in den Folgejahren weiter verfeinert werden kann.

Neue Wernigeröder Zeitung 19/16 S. 15 [466 KB]

Für alle Sinne eine wahrlich köstliche Veranstaltung (Fotos: Günter Jentsch)

HarzerKlosterSommer